Warum reden wir eigenlich?
Blöde Frage? Nur auf den ersten Blick! Denn wenn du lernen willst besser zu reden, musst du erst einmal herausfinden, warum du redest, wie du eben redest. Das hört sich kompliziert und schwierig an - ist aber ganz einfach und geht danz schnell. Denn von den Dutzenden von Gründen, warum wir eigentlich reden, sind es nur zwei Gründe - die wirklich wichtig sind. Und beide sind so einfach, dass sogar ein kleines Kind sie schon anwendet...

"Warum weinst du denn?"
Genau wissen wir das natürlich nicht, aber anhand der
Bildinhalte können wir ja mal vermuten, was die Kleine auf
diese Frage antwortet:
„Meine Puppe ist
kaputt.“
"Meine
Mama verreist gleich.“
"Niemand hat mich lieb."
Und, vielleicht auch:
"Kannst du meine Puppe
wieder ganz machen?"
"Mama, bleib doch lieber
hier..."
"Du,
kannst du mich mal drücken?"
Und - warum stehen diese sechs Vermutungen in zwei Blöcken? Weil die ersten drei Sätze URSACHEN sind für die Tränen. Im zweiten Block stehen ZIELE: Das Mädchen macht uns Vorschläge, was wir oder andere tun können, damit es ihr wieder gut geht.
Von dem Unterschied zwischen "Ursachen" und "Zielen", weiß die
Kleine jetzt natürlich noch nichts. Und ist das nicht sehr
übertrieben, die möglichen Antworten auf die Frage: "Warum
weinst du denn?" so akribisch der einen oder anderen Kategorie
zuzuordnen?
Nein. Denn genau diesen Wissen um die "Ursachen" und "Ziele"
und die exakte Unterscheidung dieser beiden Begriffe, ist die
Voraussetzung für erfolgreiche Kommunikation: Egal ob Rede oder
Gespräch; ob großer Vortrag, oder Diskussionebeitrag, Kritik am
Verhalten von Kollegen, Mitarbeitern oder "nur" innerhalb der
Familie: Wenn du nicht weißt, ob du mit deinen Worten jetzt
etwas sagst zu den Ursachen, die zu einer Situation, zu einem
Problem geführt haben oder dazu, wie du, ihr diese Situation
verändern, verbessern, ein Problem lösen könnt - ist das was du
sagst nicht eindeutig! Für dich nicht und für die anderen auch
nicht.
Auf der nächsten Seite kannst du lesen, warum das so ist.
