Training. Der erste Schritt
Um besser reden zu können, brauchst du zwei
grundlegende Fähigkeiten:
1. Du musst lernen, deine Nervosität in den
Griff zu bekommen und deinen Normalzustand zu
erreichen.
2. Du musst lernen, Texte für ein
Gespräch, eine Rede vorzubereiten und anschließend diese Text
normal zu sprechen.
Damit löst du deine beiden bisherigen Probleme, die den Erfolg deiner Gesprächen und Reden bedroht haben: Deine generelle Nervosität und deine Unsicherheit bei der Aufgabe, einen vorbereiteten Text sicher und souverän zu präsentieren.
In drei Übungsreihen: "Dein 30-Sekunden-Schritt" (diese Seite), "Vom Lesen zum Sprechen" und "Schreiben fürs Sprechen" zeige ich dir die Aufgaben, Übungen und Lösungen.
Aufgabe 1: Du musst jederzeit und überall in der Lage sein, dich selber mal eben schnell aufzunehmen. Nein, nicht um das Ergbnis zu veröffentlichen. Sondern du musst dich selber hören und sehen - nur dann hörst und siehst du, was du machst und was du wie noch besser machen kannst. Du musst also jederzeit genau wissen und notfalls schnell noch einmal checken können, wie (gut) deine Stimme und Sprache (Audio) und Person, Mimik und Gestik (Video) rüberkommen.
Jetzt, im ersten Schritt, reicht eine Audio-Aufnahme, später sollte es dann auch ein Video sein. Damit du jetzt nicht lange drüber nachdenken musst, wie, warum, wie lange: Hier ein Beispiel von mir: Spontan ein 30-Sekunden-Audio aufnehmen.
Übung 1: Also, jetzt du. Handy an, Audio-Recorder an (wenn du keinen separaten Audio-Recorder hast, geht natürlich auch die Kamera), Handy auf den Tisch legen, Und jetzt erzählst du mir, was DU heute gemacht hast oder machen willst. Der Inhalt ist völlig unwichtig. Einfach reden, quatschen, erzählen. Ungefähr 30 Sekunden.
Übung 2: Hör dir deine Aufnahme an. Und zwar bis zum Ende. Denn du findest dich peinlich und willst deswegen immer die Wiedergabe anhalten. Ertrage alle Mängel, Fehler, Versprecher oder deine "schreckliche" Stimme. Und auch, wie komisch betonst, dass du lange, oder vielleicht auch gar keine Pausen machst… Mit einem Satz: Du willst sagen, dass die Stimme, der Mensch auf der Aufnahme überhaupt nicht du selbst bist. Und vielleicht auch, dass du dich einfach nur „unmöglich“ findest.
Übung 3: Hör dir deine Aufnahme an, wieder bis zum Ende. Versuche, dich nicht nur „schlecht“ zu finden, sondern herauszuhören, was genau du „schlecht“ findest. Schreibe deine "Fehler" auf einen Zettel, erstelle deine persönliche "Mängel-Liste".
Übung 4: Lasse die Übung, deine Aufnahme einen Tag "sacken". Dann höre dir deine Aufnahme noch mal an. Mehrmals. Du wirst erkennen, dass du bei dieser Aufnahme ziemlich nervös gewesen bist. Und dass du mit ein bisschen Vorbereitung diese Aufgabe, einen 30 Sekunden-Text zu sprechen, bestimmt besser hinkriegst. Stimmt. Probier es doch gleich noch mal. Und dann noch einmal. Und schwupp - schon geht es besser. Fast fragst du dich, wieso du bei der ersten Aufnahme SO nervös gewesen bist. Glückwunsch - du hast den ersten Schritt gemacht und geschafft. Und deine Mängel-Liste kannst du zerreißen.
Fast alles, was du in einem Gespräch, in einer Rede formal (Person, Stimme, Körper) falsch machst, ist nicht persönliches Unvermögen. Du machst das, weil du nervös bist. Dein Körper schüttet Adrenalin aus, und das blockiert Gehirn und Denkfähigkeit. Je nervöser du bist, desto mehr Adrenalin; je mehr Adrenalin, desto weniger Denkfähigkeit. Um formal erfolgreich sprechen und reden zu können, musst du (fast) nichts neu lernen. Du musst nur lernen, deine Nervosität in den Griff zu bekommen und damit deinen Normalzustand zu erreichen.
