Dreckiges Geschirr in der Teeküche, Raucher und Nichtraucher. Döner essen am Schreibtisch: Kleinigkeiten. Die sich dann aber zu handfesten Streits entwickeln. Leider führen die oft zu nichts. Außer vielleicht zu schlechter Stimmung. Hier ein Beispiel für einen solchen Alltagsstreit - es geht bei Anna und Paul wieder mal um ein "Dauerbrenner"-Thema: Der Mülleimer ist voll...
Au weia - da scheint ja keine Lösung in Sicht zu sein. So ein Kuddelmuddel, so viele Vorwürfe. Und am Ende geht´s ja gar nicht mehr um den Müll.
1. Streiten - ja, bitte
Hier mein Vorschlag, wie Anna und Paul das Müll-Thema angehen sollten. Der Streit bleibt - denn streiten an sich ist gut. Und zwar egal, ob es dabei um Kleinigkeiten geht (…„über sowas streitet man sich doch nicht…“) oder um große Themen. Wer sich ärgert, muss mal Dampf ablassen. Das gilt nicht nur für Anna und Paul und das Müll-Thema, sondern für alle, die sich mal in die Wolle kriegen. Wichtig: Damit ihr am Ende auch zu einer Lösung kommt und den Streit beilegen könnt, müsst ihr euch an diese Regeln, diesen Ablauf halten:
2. Streiten - zeitlich begrenzt
Legt zum Beispiel zehn Minuten fest. In dieser Zeit dürft ihr einfach streiten. Rauslassen. Ohne über Lösungen zu reden. Ohne dass jemand sagt: „Nun ist aber auch gut.“
3. Ärgern. Nicht angreifen
Sagt, was euch ärgert. Aber (möglichst) nur das. Also, zum Beispiel, Anna: "Mich nerven deine Ausreden". Und Paul: "Ich ärgere micht, dass es immer nach deiner Nase gehen muss." Vermeiden (auch wenn es manchmal schwerfällt...) solltet ihr Beleidungen, Wertungen gegenüber eurem Gesprächspartner. Also kein: "Du bist SO egoistisch" und eben auch kein: "Zu diesem Blödsinn fällt mir nichts mehr ein". Über die Sache (Anna möchte gern, dass Paul den Müll sofort runterbringt; Paul versucht, den Müll später runterzubringen) könnt ihr streiten – über Personen und deren Eigenschaften nicht.
4. Lösungen entwickeln
Nach zehn Minuten – geht es euch besser. Und ihr habt erkannt, dass ihr irgendwie beide recht habt. Und jetzt hört ihr einfach auf, Recht haben zu wollen. Stattdessen verhandelt ihr. Vielleicht, dass Anna sich bemüht, darauf zu achten, ob der Müll bald voll ist - und Paul dann frühzeitig "warnt". Und Paul ebenfalls einen Blick dafür entwickelt wie voll der Mülleimer ist - und dann nicht aus allen Wolken fällt, wenn Anna ihm sagt: Kannst du Müll runterbrignen. So rückt ihe beide davon ab, das eigene Ziel komplett zu erreichen und einigt euch auf ein neues und dafür gemeinsames Ziel.
5. Ergebnis aufschreiben
Nein, es ist kein Misstrauen, wenn ihr euer verhandeltes Ergebnis aufschreibt. Das vermeidet Missverständnisse. Und am besten an die Kühlschranktür kleben. Da könnt ihr immer nachlesen, was genau ihr besprochen habt. Und euch daran halten…
Du willst diese Streit-Tipps mal ausprobieren? Prima! Klick auf den Link unter diesem Text, dann öffnet sich ein pdf mit der Anleitungung. Die kannst du mit deinem Handy abfotografieren, dann hast du sie immer dabei. Oder auch herunterladen. Viel Spaß, viel Erfolge - das wird schon klappen...
